Erich-Mühsam-Gesellschaft e.V.
Buddenbrookhaus, Mengstraße 4, D-23552 Lübeck


Wer war Erich Mühsam? Wer wir sind
Veranstaltungen
Publikationen
Erich-Mühsam-Preis
Satzung der EMG
Wie man Mitglied wird
Links
Impressum
  Veranstaltungen

Auf dieser Seite veröffentlichen wir Hinweise zu eigenen Veranstaltungen oder zu Veranstaltungen anderer Gruppen/Vereine/Einzelpersonen, die in einem engem Zusammenhang zu Erich Mühsam stehen.
Veranstaltungshinweise senden Sie bitte an: post@erich-muehsam-gesellschaft.de


Ältere Veranstaltungshinweise finden sie im Archiv




Sonderausstellung



Wir möchten auf die Ausstellung in Gotha über die Bakuninhütte in Meiningen hinweisen. Einige werden sich erinnern,
dass wir 2015 eine gemeinsame Tagung mit dem Wanderverein Bakuninhütte e.V. in Meiningen hatten, da auch
Erich Mühsam dort die Hütte besucht hat.




Veranstaltung in Berlin






Porträt von Erich Mühsam


Dieses Porträt von Erich Mühsam wurde uns freundlicherweise von Wolfram P. Kastner vom Institut für Kunst und Forschung , München für unsere Homepage zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank





Zur Information

Jan Bachmann
*1986 in Basel, hat an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin studiert. Mit seinem Kurzfilm "Man müsste
Räuber sein oder zumindest Sprengmeister" wurde er 2015 für den Preis der Deutschen Filmkritik nominiert. 2017
war er mit einem SKK-Atelierstipendium ein halbes Jahr in Ägypten und im April 2017 hat er den Comic-Förderpreis
der Schweizer Städte gewonnen. Gerade arbeitet er an einer Form von Prequel zu "Mühsam". Diesmal geht es um
den Monte Verità im Jahre 1900. Zehn Jahre bevor die Tagebücher des Anarchisten Erich Mühsam
(das Material zu "Mühsam") beginnen. Dieses Projekt "Der Berg der nackten Wahrheiten" wird von der Pro Helvetia
unterstützt.
atelierpeng.ch


Jan Bachmann
MÜHSAM, ANARCHIST IN ANFÜHRUNGSSTRICHEN

ISBN 978-3-03731-172-1
96 Seiten, farbig, 22 x 30, Klappenbroschur
CHF 24.00/EUR 19.80, inkl. Versand

Der junge Lübecker Poet und Anarchist Erich Mühsam (1878-1934) wird im Sommer 1910 von seinen besorgten
Brüdern auf Kur in die Schweiz geschickt. Er findet sich dort in einem bürgerlichen und an seinen Talenten
uninteressierten Umfeld wieder. Das Dichten fällt ihm schwer und sein Werben um eine hübsche Mitpatientin ist
weitgehend erfolglos. Ständig plagen ihn Sexualität und Geldsorgen, während er darauf hofft, dass zumindest
die bei ihm bestellten Chansontexte bezahlt werden.

Graphic Novel Erich Mühsam, der "Anarchist in Anführungsstrichen"

Er war Revolutionär, Bohemien und Poet: Für das Porträt "Anarchist in Anführungsstrichen“ hat der Zeichner
Jan Bachmann drei Monate aus Erich Mühsams Tagebüchern verarbeitet - und zeigt einen höchst widersprüchlichen
Menschen.

"Sollen diese Tagesaufzeichnungen für mich selbst als Erinnerungsstützen Wert haben, so müssen sie ehrlich sein,
die notierten Ereignisse niemals fälschen und für mein gegenwärtiges Erleben wichtige Vorgänge nicht verschweigen.
Die Rücksicht darauf, dass die Notizen einmal publiziert werden könnten, darf nichts entscheiden." Das schreibt
Erich Mühsam 1910 in seinem Tagebuch über das Tagebuch-Schreiben. Und ihm ist es ernst damit: Schamlos
ehrlich berichtet er über sein Leben als Schriftsteller, Bohemien und Anarchist. Zumindest so ehrlich, dass er
Selbstzweifel so wenig auslässt wie die ihm eigene Selbstüberschätzung, die ständige Geldknappheit so wenig
wie seine Unsicherheit gegenüber Frauen.

Bohemien und öffentliche Figur
Seit 2011 veröffentlicht der Verbrecher Verlag sukzessive die kompletten Tagebücher Erich Mühsams, die die
Jahre 1910 bis 1924 umfassen. Der Schweizer Comic-Zeichner Jan Bachmann hat nun aus den ersten drei Monaten
des ersten Bandes von 1910 die Graphic Novel "Mühsam: Anarchist in Anführungsstrichen" gemacht. Für ihn ist
Mühsam der ideale Comic-Held, denn, so Bachmann: "Mühsam war schon damals ein Freak, würde man heute
sagen. Er hat sich ganz schräg gekleidet. Wirklich schräg, lange Haare, dieser Blick, diese Brille. Er ist viel
aufgetreten, hat viele Reden geschwungen, Gedichte rezitiert. Er war wirklich eine öffentliche Figur, die sich
sehr stark inszeniert hat."



Uns begegnet ein Mühsam mit überlanger, spitzer Nase, mit krausem Haar und dichtem Rauschebart, gezeichnet
in satten Farben und mit krakeligen Linien. Expressionistische Bilder, ganz verpflichtet dem künstlerischen Zeitgeist
des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Für die Story übernimmt Bachmann ausgewählte Tagebucheinträge Wort für
Wort, entwickelt Szenen daraus, erfindet Dialoge dazu. Und weil die Story 1910 spielt, lernen wir nicht den Mühsam
kennen, der die Revolution von 1918 mit anführt, sondern den 32-jährige Poeten und Bohemien, der noch von der
Revolution träumt. Der kaum Bücher verkauft – und trotzdem überzeugt ist von sich selbst: "Natürlich lehnt mein
Verleger die Herausgabe meiner Moritate [sic!] ab", lautet einTagebucheintrag. "Ich glaube, ich kann das Buch auf
das Massengrab meiner übrigen Pläne werfen. Als ob ich geradezu mit dem linken Fuße aus dem Mutterleib gestiegen
wäre. Denn am Ende habe ich doch alles; Talent, Fleiß, Intelligenz und bin ein leidlich netter Mensch."

Ein Anarchist auf Kur
Obwohl nur ein Ausschnitt von knapp drei Monaten aus Mühsams Leben gezeigt wird, bekommt man ein sehr gutes
Bild von ihm. Mühsam ist auf Kur in Château d’Oex in der Schweiz, nachdem er zu Unrecht im Gefängnis saß, flieht
von dort zu seinem Liebhaber Johannes Nohl und geht später nach München. Er schreibt Gedichte und Artikel für
linke Zeitschriften – und schnulzige Chansons, um über die Runden zu kommen. Er ahnt den kommenden Krieg voraus,
stellt sich gegen den Militarismus der Zeit. Er bezeichnet sich als Anarchist, kritisiert die Sozialdemokraten für ihre
Kompromisse – und pumpt sich immer wieder Geld von den Verwandten. Er verachtet das Bürgertum – und sucht
doch dessen Anerkennung.

Genau diese Widersprüche findet Autor Jan Bachmann spannend: "Er hat in der Zeit versucht, das Proletariat zu
agitieren, und hat die mit Freibier zu seinen Veranstaltungen gelockt. Er hat also die Hoffnung, da irgendetwas
bewirken zu können und war darin noch relativ erfolglos zu dieser Zeit. Und auf der anderen Seite fühlt er sich als
total unterschätzter Poet. Er hat eine große Ambition, in der bürgerlichen Welt zu reüssieren und das funktioniert
auch überhaupt nicht. Und das finde ich interessant, dieses Hin und Her zwischen bürgerlicher Anerkennung und
einer Revolution, die er möchte."

Themen, die noch immer aktuell sind
Die Revolution wird später kommen – und Mühsam ein Teil von ihr sein. Ein noch größerer und wichtigerer Teil wird
er von der Münchner Bohème sein. Auch davon ist im Buch noch kaum etwas zu spüren, schlicht, weil das
Geschehen nur zum kleinsten Teil in München stattfindet. "Mühsam: Anarchist in Anführungsstrichen" ist eine
ausgesprochen kurzweilige Graphic Novel, die einen schmunzeln und nachdenken lässt über Themen, die auch
heute noch aktuell sind: Über das Leben im Prekariat genauso wie über eine schleichende Aufrüstung und
eine zunehmend konfrontative Welt. Eine Stimme wie die Erich Mühsams, das wird klar, wäre auch heute wichtig.
"Erich Mühsam: Anarchist in Anführungsstrichen" von Jan Bachmann ist in der Edition Moderne erschienen.







Comic-Lesung mit Musikfragmenten – Jan Bachmann
04. APRIL, 19:00 - 20:30

KOSMOS
Lagerstrasse 104, 8004 Zürich, Switzerland
«Mühsam – Ein Anarchist in Anführungszeichen»

Der junge Poet und Anarchist Erich Mühsam fährt im Sommer 1910 zur Kur in die Schweiz. Nicht einmal er selbst
ahnt, dass er neun Jahre später die Münchner Räterepublik ausrufen wird. Das schweizerische Umfeld interessiert
sich genauso wenig für seine revolutionären Talente wie die weiblichen Kurgäste für seine Avancen. Ihm bleibt allein
sein Tagebuch. Auszüge daraus hat der Basler Zeichner Jan Bachmann nun mit feinem Humor in einen Comic übersetzt
und in Mühsam'scher Manier ein bisschen was dazu fabuliert.

Der Basler Jan Bachmann (*1986) fand seinen Weg zum Comic über den Film. Er hat an der Deutschen Film- und
Fernsehakademie in Berlin studiert und war mit dem Kurzfilm «Man müsste Räuber sein oder zumindest
Sprengmeister» 2015 für den Preis der Deutschen Filmkritik nominiert. Für «Mühsam» erhielt er im April 2017
das Comic-Förderstipendium der Deutschschweizer Städte. Aktuell arbeitet er an «Der Berg der nackten
Wahrheiten» über den Monte Verità im Jahre 1900.

Eintritt frei








Veranstaltung in Lübeck:

Herzliche Einladung zum „Roten Salon“

Erich Mühsam und die SPD


Liebe Freundinnen, liebe Freunde,
Liebe Genossinnen und Genossen!

Am 06. Apri 1878l wurde Erich Mühsam geboren. Der Anarchist, Schriftsteller, Publizist und politische Aktivist
wuchs in Lübeck auf. Er war Schüler am Katharineum. Erich Mühsam wurde kurz nach der nationalsozialistischen
Machtergreifung von den Nazis verhaftet und am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg ermordet.
Gemeinsam mit der Erich Mühsam Gesellschaft soll mit diesem Roten Salon an das Leben und politische Wirken
von Erich Mühsam erinnert werden.

„ Erich Mühsam und die SPD“ Freitag, 06.04.2018 um 19 Uhr „Diele „- Mengstrasse 41- 43, Lübeck

Der kaufm. Direktor des Theaters Lübeck Christian Schwandt wird mit einem Vortrag in Leben und politisches
Wirken von Erich Mühsam einführen.
Der lübecker Musiker Stefan Fleck wird vertonte Verse von Erich Mühsam vortragen.
Die Erich Mühsam Gesellschaft Lübeck und ich würden uns freuen, Sie/ Euch am 06. April begrüßen zu können.

Mit besten Grüßen
Wolfgang Baasch ( MdL) und Lienhard Böhning (1. Vorsitzender EMG e.V)

Wir bitten um Anmeldung bis zum 30.03.2018 per Mail unter baasch@spd-luebeck.de oder telefonisch unter 0451 7027220






Veranstaltung gemeinsam mit dem Industriemuseum

Geschichtswerkstatt Herrenwyk:




Er war ein wahrer „Bürgerschreck“. Schon als Schüler wurde Erich Mühsam (1978-1934) wegen „sozialistischer Umtriebe“
der Schule verwiesen. Auch später ging er immer seinen sehr eigenen Weg. Sei es als Dichter und Kabarettautor in Berlin,
als Mitglied der Münchener Boheme (ab 1909), als Kriegsgegner oder als Agitator zur Zeit der Münchener Räterepublik 1919.
Nach Verbüßung einer mehrjährigen Festungshaft trat Mühsam ab Mitte der 1920 er Jahre als Herausgeber der
anarchistischen Zeitschrift „Fanal“, als Theaterautor und als unerschrockener Kämpfer für die Menschenrechte und gegen den
Faschismus in Erscheinung. Unmittelbar nach dem Reichstagsbrand im Februar 1933 wurde Mühsam von den Nazis verhaftet.
Auch während der 17-monatigen Leidenszeit in verschiedenen KZs konnte sein freiheitlicher Wille nicht gebrochen werden.
Hans-Walter Fechtel (Gitarre, Gesang) und Arndt Gutzeit (Rezitation, Gesang) zeichnen den Lebens- und Leidensweg von
Erich Mühsam zu dessen 140. Geburtstag in Liedern, Texten und Gedichten nach. Ein berührender Abend mit vielen aktuellen
Bezügen, in Kooperation mit der Erich-Mühsam-Gesellschaft Lübeck.

Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk
Kokerstr. 1-3, 23569 Lübeck.
4. Mai 2018
19:30 Uhr

Der Eintritt beträgt 6 €, ermäßigt 4,50 € /  Anmeldung nicht erforderlich








Unsere nächste Tagung:


Die diesjährige Tagung findet vom 31.8. - 2.9.2018 im Theodor Schwartz-Haus in Lübeck-Brodten statt.

Es geht inhaltlich um Friedensbewegungen im Umfeld des 1. Weltkriegs.







FÜHRUNGEN & SPAZIERGÄNGE in Lübeck auf den Spuren Erich Mühsams, VORTRÄGE jwgoette@gmx.de  
Nach oben